Donnerstag, 12. Juni 2008

Und was ist jetzt? - der Auslöser.

Mein Blog ist derzeit nicht weg, es ist nur sehr stark verändert, alle Bilder gelöscht und sämtliche Beiträge bis auf weiteres offline gesetzt.

Ich hatte es zuerst deaktiviert, und mir dann überlegt, dass es doch ein paar liebe, tolle Menschen gibt, die ich mag und die mir gesagt haben, dass sie mein Blog gerne lesen, sich immer auf neue Einträge freuen und z.T. täglich vorbeischauen. Euch will ich nicht vor den Kopf stoßen, ich hab mich immer gefreut, dass ihr mitlest. Genau für Menschen wie euch - und vielleicht gibt es noch weitere solche Menschen, von denen ich noch nichts gehört hab - habe ich dieses Blog geschrieben.

Die Gründe dafür hab ich ja ausführlich beschrieben.

Der Auslöser war, dass ich über das Blog kontaktiert wurde, mir private Texte von jemand geschickt wurden, die ich nie wissen wollte und die mich gleichzeitig daran erinnerten, wie sehr ein blog missbraucht werden kann, selbst wenn es nicht komplett öffentlich zugänglich ist sondern - theoretisch - nur für einige wenige. Das ist eigentlich praktisch so etwas wie Verletzung des Briefgeheimnisses und finde ich nicht absolut nicht okay.

Es hat mich auch daran erinnert, dass noch einige Menschen mehr hier mitlesen und mitgelesen haben, als ich gerechnet hatte, dass es offenbar wesentlich leichter zu finden ist, als ich dachte, selbst von denen, die meinen Nickname garnicht kennen (oder ich zumindest dachte, sie kennen ihn nicht, so sicher bin ich mir auch nicht).
Ich bin mir recht sicher, dass ich keinen einzigen Namen erwähnt habe, der diese Verbindung hätte herstellen können, und nach Fotos lässt sich schwer suchen.

Klar, wer zufällig darüber gestolpert ist und mich kennt, erkannte mich sofort allein wegen der Fotos, dasselbe gilt für die Menschen, deren Fotos ich (mit Einverständnis) online gestellt hatte. Das war mir auch immer bewusst. Schließlich ist das ein öffentliches Blog.

Trotzdem ist es ein Unterschied, auf welchen Wegen jemand an mein Blog kommen kann.
Falls es per Suchmaschine möglich sein sollte, gezielt über mein Blog an Informationen über z.B. meinen Freund zu kommen, von einer Person, die ihn zwar kennt aber meinen Nickname nicht, stimmt mich das doch sehr nachdenklich.

Das alles hat Konsequenzen, über die ich noch nicht genug nachgedacht habe, deshalb bleibt der Großteil hier fürs Erste einmal offline, bis ich weiß, was ich weiterhin tun will.

öffentlich VS privat - der Grund

Ich wollte eine Plattform haben, wo ich ein bisschen etwas von meinem Denken und Empfinden mit genau den Menschen teilen kann, die es wirklich wissen wollen, um dafür Persönliches und Egozentrisches aus anderen Internetbereichen möglichst herauszuhalten, wo es vielleicht niemand interessiert.

Gleichzeitig war sofort die Frage da: Was kann ich herzeigen, was nicht, und wer liest mein Blog?

1)Ich wollte vor allem die Menschen um mich herum schützen, keine Namen verwenden von denen, die es nicht ausdrücklich erlaubten, keine privaten Details verraten, die dieser Mensch selbst nicht öffentlich erzählen wollte oder nur nach Absprache, ob es okay ist.

Das mit Namen und Fotos ist ja noch recht einfach, aber das mit den Details schon nicht mehr. Ich bin ja keine Insel: was ich erlebe, was ich fühle, hat meistens mit anderen Menschen zu tun, und meistens erzähle ich auch ich irgendeiner Weise etwas über die beteiligten Personen, wenn ich eigentlich nur über mein Empfinden schreibe.

Ich hoffe, dass es mir bisher gut genug gelungen ist, Beteiligte zu schützen und dass mich alle Menschen kontaktieren, wenn sie doch etwas stört.

2)Auch, wenn ich normalerweise ziemlich gern von mir rede, ganz gut dazu stehen kann und meistens kein Problem damit habe, gibt es doch immer wieder Themen, die einfach niemand oder nur bestimmte Personen etwas angehen.

Das Thema ist vor allem schwierig, weil ich da widersprüchlich bin und weil sich meine Einstellung über die Jahre geändert hat.
Auf der einen Seite stehe ich zu dem, was ich bin. Wer mich deshalb nicht leiden kann ist selbst schuld. Ich kann und will es nicht allen recht machen.
Ich brauche es hin und wieder, mich mitzuteilen, rede gern und viel. Da gehört nun einmal dazu, dass auch jemand zuhört oder es liest, und am besten ist es, Rückmeldung zu haben.
Außerdem fand ich es bisher ganz nützlich, einige Menschen über das Wichtigste auf dem Laufenden zu halten.

Auf der anderen Seite hab ich schon vor einiger Zeit festgestellt, dass ich nicht mehr so viel von mir preisgeben möchte. Das lässt sich schwer beschreiben. Nicht, dass ich nicht dazu stehen könnte. Aber manches wird wertvoller, wenn nicht darüber gesprochen wird, oder wenn es nicht alle wissen. Außerdem entsteht oft ein falsches Bild. Deshalb hatte ich auch den Text geschrieben über die Puzzleteile, um daran zu erinnern, dass es immer Interpretationssache ist.

So passiert es mir immer wieder, dass ich etwas schreibe, was ich im einen Moment für toll halte, und später das Gefühl habe, ich würde es lieber für mich behalten.

3) Das alles gilt im Grunde für das Privatleben und für Gespräche genauso wie für das Internet, nur gibt es da den Unterschied, dass selbst die Beiträge, die ich recht bald gelöscht hatte noch lange irgendwo auffindbar waren, wo ich keinen Einfluss darauf hatte.

Außerdem weiß ich bei Gesprächen, wer zuhört und wer nicht, und sehe die Reaktion, kann besser abschätzen, ob ich richtig verstanden werde oder nicht.
Und auch wenn es dann weitererzählt wird, ist denen, die es hören, meistens bewusst, dass diese Version verfälscht ist, dass sie beim Originalgespräch nicht dabei waren und wer klug ist, fragt im Zweifelsfall direkt nach anstatt falsche Schlüsse zu ziehen.

Ich habe ein reales Leben, und das ist mir wichtiger als jedes Forum oder Blog. Das Internet interessiert mich auch nur im Zusammenhang mit meinem eigentlichen Leben: ich brauche es fürs Studium, und nütze es öfters als schnelle Möglichkeit, an Informationen zu kommen und zur zusätzlichen Kommunikation mit Menschen, die ich auch so kenne und sehe.
Ich will mir kein zweites, virtuelles Leben erschaffen. Aber das passiert manchmal auch ohne Absicht, die Grenze ist nicht so klar, deshalb muss ich mich hin und wieder bemühen, es einzuschränken.

Seit ich überhaupt Blog schreibe, habe ich aus diesen Gründen immer wieder überlegt, es zu löschen oder es bestehen zu lassen, aber nicht weiter zu schreiben. Ganz besonders in letzter Zeit.

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Shina Edea - Do, 12. Jun, 13:31
Nein, es ist überhaupt...
Es ist sogar gut. Zumindest das Ergebnis des Ganzen...
Laru - Do, 12. Jun, 13:31
Naja, also dass Leute...
..mir geht es eher darum, auf welchem Weg sie es finden....
Laru - Do, 12. Jun, 13:27
hmm
vor nem ähnlichen problem stand ich vor knapp...
in-cognito - Do, 12. Jun, 13:13
Und was ist jetzt? -...
Mein Blog ist derzeit nicht weg, es ist nur sehr stark...
Laru - Do, 12. Jun, 12:55

..

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